Hermann Knapp: Die zweite Sintflut. Rebellion der Kinder.
Rezension von Elisabeth Strasser
Hermann Knapp lässt die Gedanken an die Protestaktionen der Jugendlichen in seinem Roman wieder aufleben, wobei hier die „Rebellion der Kinder“, wie es im Untertitel heißt, weitaus radikaler ist.
Mystery, Phantasy, Thriller, Liebesgeschichte, Gesellschaftskritik … von alledem steckt etwas in Hermann Knapps Roman. Dazu kommt des Autors bereits von anderen Romanen und Erzählungen bekannter schwarzer Humor und Sprachwitz. Als kleines Beispiel etwa, wenn anfangs auf des Vaters Frage, ob Mara noch lebe, der Arzt antwortet: „Ich kann Ihnen nur sagen, dass eine Obduktion derzeit keine Option ist.“
Die Rückblenden auf die Liebesgeschichte zwischen Lukas und Irene, auf die Geschichte mit der Großmutter, sowie die Begegnungen in der „Wolkenstadt“ (was es damit auf sich hat, sei natürlich nicht verraten), ergeben berührende und eindrücklich geschilderte Episoden. Letztlich führt der Weg zur Lösung über die Kunst, kann man sagen, was heißt, Irenes Gemälde in dem nach ihrem Tod verschlossenen Atelier tragen zur Lösung eine wesentliche Rolle bei. – Vom Ende der Geschichte kann – ganz ohne zu spoilern – verraten werden, dass Lukas Wächter zuletzt eine im wahrsten Sinne des Wortes in der Menschheitsgeschichte einzigartige Aufgabe bekommt.
Der Begriff der „Sintflut“ ist hier nicht wörtlich zu nehmen. Es gibt keine reinigende Flut, nach der ein Neubeginn möglich wird. Dennoch dreht sich die Geschichte genau darum: um einen Neubeginn, der möglich werden kann, nachdem die rebellierenden Kinder wieder aufgewacht sein werden. – Welche Probleme damit verknüpft sind, und wie das gelingen kann, wird in der Geschichte überlegt – innerhalb deren erfundener Realität.
Hermann Knapp sagt auf seiner Webseite selbst über seinen Roman: „Das Buch soll zum Nachdenken über die Klimakrise und unsere Verantwortung für die nachkommenden Generationen anregen. Träumt mit mir von einer besseren Welt, denn Träume können wahr werden – und es ist noch nicht zu spät!“
Erschienen 2025, Verlag am Rande