Bericht zur
Herbstlese: Elisabeth Strasser
Fotos: Judith
Wimmer
Im nun bereits vergangenen Jahr gab es wieder eine Menge an Literaturveranstaltungen der GAV OÖ.
Abgeschlossen wurde der Reigen mit der Apfent-Lesebühne „Keks, Drugs, Rock n‘Roll!“
am 10. Dezember im Strandgut in Linz, dem Kulturlokal direkt an der Donau, mit
Dominika Meindl, Walter Kohl, Kurt Mitterndorfer und erstmals dabei Benjamin
Gumpenberger.
Kurz davor, am 26. November 2025, ging die zweite Ausgabe der „Herbstlese“ über die Bühne im Willy*Fred in Linz. Auf dem Bühnensofa nahmen wiederum fünf von Elisabeth Strasser eingeladene Autor:innen Platz, um über ihre aktuellen Schreibprojekte zu sprechen und Auszüge daraus vorzulesen.
Christian Weingartner, als Fotograf wie
als Autor tätig, stellte Auszüge aus seinem lyrischen Werk vor und sprach über
einen entstehenden Roman, der auf einer wahren Begebenheit beruht, indem von
einem Mühlviertler erzählt wird, der in den 1920/30er Jahren in den USA eine
kriminelle Laufbahn eingeschlagen hatte.
Marlene Gölz las aus zwei demnächst
erscheinenden Erzählungen und trug ein Gedicht vor, das mit der
Entstehungsgeschichte einer davon zu tun hat. Sie berichtete darüber, was und wer
hinter der für eine Geschichte titelgebenden „Erdbeerprinzessin“ steht, und wie
sie auf ihre Figuren kommt – oder diese auf sie zukommen.
Erich Wimmer, im Hauptberuf Geigenlehrer an
der Landesmusikschule, stellte einige seiner Gedichte voller Sprachwitz im
„eher bunten Versmaßkleid“ vor. Und dazu erzählte er eine für alle, die dabei
waren, unvergessliche Anekdote über ein durch eine Kuh verursachtes „Erdbeben“.
Nach einer Pause, die für Austausch, Schmökern am Büchertisch und Erfrischungen genutzt wurde, ging es weiter mit
Christine Mack, die ihr Monologen-Drama „Zwielicht“
mit dem Untertitel „Mit meiner Sense mäh ich alles nieder“ vorstellte, in dem
es um Missbrauch auf verschiedenen Ebenen geht und den Umgang der Leute in dem
betroffenen Dorf damit. Dramatisch vorgetragen von der Autorin zusammen mit Elisabeth Strasser und Erich
Wimmer in ihren übernommenen Rollen.
Den unterhaltsamen Abschluss im Programm gestaltete Rudolf Habringer
mit Auszügen aus seinen Weihnachtssatiren. Dazu erwähnt ein entstehender Roman, über den er noch nichts weiter verraten wollte; und er berichtete über einen
essayistischen Text, der sich mit der Frage beschäftigt, wieweit religiöse
Bezüge in der zeitgenössischen Literatur vorhanden sind oder nicht. Was
nebenbei ein ungeheuer interessantes Thema ist.
Zuhören, Kennenlernen, Gespräch und Austausch …
Das ist der Grundgedanke der „Herbstlese“, des literarischen
Jahresrückblicks.
Autor:innen lesen Auszüge aus aktuellen Werken, die im vergangenen Jahr
entstanden sind oder sich noch in Arbeit befinden. Dazu ist über ihre
Arbeitsweisen, ihre literarischen Schwerpunkte und Themen einiges zu erfahren,
samt der persönlichen Begegnung mit den Schriftsteller:innen.
Ein „feines Format
bei (leider diesmal) schwachem Besuch“, wie eine Rückmeldung lautete.
Tatsächlich hätte
diese Veranstaltung mehr Interesse und Besuch verdient.
Fortgeführt wird
das Format gewiss. Denn genau das braucht es heute: Angebote persönlicher
Begegnung im Rahmen vertiefender Auseinandersetzung, entgegen der
Oberflächlichkeiten, die es heute durch (digitale) Bespaßung zur Genüge gibt.
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