Mittwoch, 14. Januar 2026

Jahresrückblick 2025 mit Herbstlese und Apfent

Bericht zur Herbstlese: Elisabeth Strasser
Fotos: Judith Wimmer


Im nun bereits vergangenen Jahr gab es wieder eine Menge an Literaturveranstaltungen der GAV OÖ. 

Abgeschlossen wurde der Reigen mit der Apfent-Lesebühne „Keks, Drugs, Rock n‘Roll!“ am 10. Dezember im Strandgut in Linz, dem Kulturlokal direkt an der Donau, mit Dominika Meindl, Walter Kohl, Kurt Mitterndorfer und erstmals dabei Benjamin Gumpenberger.

Kurz davor, am 26. November 2025, ging die zweite Ausgabe der „Herbstlese“ über die Bühne im Willy*Fred in Linz. Auf dem Bühnensofa nahmen wiederum fünf von Elisabeth Strasser eingeladene Autor:innen Platz, um über ihre aktuellen Schreibprojekte zu sprechen und Auszüge daraus vorzulesen.

Christian Weingartner, als Fotograf wie als Autor tätig, stellte Auszüge aus seinem lyrischen Werk vor und sprach über einen entstehenden Roman, der auf einer wahren Begebenheit beruht, indem von einem Mühlviertler erzählt wird, der in den 1920/30er Jahren in den USA eine kriminelle Laufbahn eingeschlagen hatte.



Marlene Gölz las aus zwei demnächst erscheinenden Erzählungen und trug ein Gedicht vor, das mit der Entstehungsgeschichte einer davon zu tun hat. Sie berichtete darüber, was und wer hinter der für eine Geschichte titelgebenden „Erdbeerprinzessin“ steht, und wie sie auf ihre Figuren kommt – oder diese auf sie zukommen.


Erich Wimmer, im Hauptberuf Geigenlehrer an der Landesmusikschule, stellte einige seiner Gedichte voller Sprachwitz im „eher bunten Versmaßkleid“ vor. Und dazu erzählte er eine für alle, die dabei waren, unvergessliche Anekdote über ein durch eine Kuh verursachtes „Erdbeben“.



Nach einer Pause, die für Austausch, Schmökern am Büchertisch und Erfrischungen genutzt wurde, ging es weiter mit

Christine Mack, die ihr Monologen-Drama „Zwielicht“ mit dem Untertitel „Mit meiner Sense mäh ich alles nieder“ vorstellte, in dem es um Missbrauch auf verschiedenen Ebenen geht und den Umgang der Leute in dem betroffenen Dorf damit. Dramatisch vorgetragen von der Autorin zusammen mit Elisabeth Strasser und Erich Wimmer in ihren übernommenen Rollen.



Den unterhaltsamen Abschluss im Programm gestaltete Rudolf Habringer mit Auszügen aus seinen Weihnachtssatiren. Dazu erwähnt ein entstehender Roman, über den er noch nichts weiter verraten wollte; und er berichtete über einen essayistischen Text, der sich mit der Frage beschäftigt, wieweit religiöse Bezüge in der zeitgenössischen Literatur vorhanden sind oder nicht. Was nebenbei ein ungeheuer interessantes Thema ist.



Zuhören, Kennenlernen, Gespräch und Austausch …


Das ist der Grundgedanke der „Herbstlese“, des literarischen Jahresrückblicks.

Autor:innen lesen Auszüge aus aktuellen Werken, die im vergangenen Jahr entstanden sind oder sich noch in Arbeit befinden. Dazu ist über ihre Arbeitsweisen, ihre literarischen Schwerpunkte und Themen einiges zu erfahren, samt der persönlichen Begegnung mit den Schriftsteller:innen.

Ein „feines Format bei (leider diesmal) schwachem Besuch“, wie eine Rückmeldung lautete.
Tatsächlich hätte diese Veranstaltung mehr Interesse und Besuch verdient.

Fortgeführt wird das Format gewiss. Denn genau das braucht es heute: Angebote persönlicher Begegnung im Rahmen vertiefender Auseinandersetzung, entgegen der Oberflächlichkeiten, die es heute durch (digitale) Bespaßung zur Genüge gibt.


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